Große Geldbeträge auf traditionellen Bankkonten zu halten, mag sicher scheinen, aber es ist eine Finanzstrategie, die stillschweigend das Vermögen untergräbt. Der Finanzexperte Humphrey Yang hat kürzlich fünf Hauptgründe dargelegt, warum übermäßige Bargeldbestände der langfristigen finanziellen Gesundheit abträglich sind. Das Kernproblem ist nicht die Sicherheit, sondern die Opportunitätskosten : Ungenutztes Geld bringt Ihnen nichts.

Das Problem mit überschüssigem Bargeld

Die nationalen Durchschnittszinssätze für Einlagen sind gering – sie betragen nur 0,07 % für Girokonten und 0,39 % für Ersparnisse (Stand Dezember 2025) – was bedeutet, dass Ihr Geld im Laufe der Zeit aufgrund der Inflation effektiv an Kaufkraft verliert. Bei einer jährlichen Inflationsrate von 2,7 % lässt sich selbst mit einem statischen Sparguthaben von 50.000 US-Dollar in zehn Jahren weniger kaufen als heute.

Dabei geht es nicht nur um niedrige Zinsen. Zu viel Bargeld zu behalten, führt zu unnötigen Ausgaben, da es sich wie eine unbegrenzte Ressource anfühlt. Yang schlägt vor, die Finanzen mit einem „Eimer-System“ aufzuteilen und Teile jedes Gehaltsschecks automatisch verschiedenen Zielen (Investitionen, Notfallfonds usw.) zuzuordnen. Dies verhindert gelegentliche Mehrausgaben und erzwingt Disziplin.

Die Illusion der Sicherheit

Viele Menschen überschätzen ihren Bedarf an liquiden Mitteln. Der verbreitete Glaube „mehr ist besser“ ist oft falsch. Yang empfiehlt, die Ersparnisse im Notfall auf drei bis sechs Monate der wesentlichen Ausgaben (Wohnung, Rechnungen, Schulden, Lebensmittel) zu beschränken. Darüber hinaus sollten überschüssige Barmittel strategisch investiert werden.

Die Realität ist, dass es ein erheblicher finanzieller Fehler ist, nicht zu investieren. Während hochverzinsliche Sparkonten etwas bessere Renditen bieten (ca. 4–5 %), liegt die historische durchschnittliche Rendite des S&P 500 bei etwa 10 % pro Jahr. Mit der Zeit verstärkt sich dieser Unterschied exponentiell. Beispielsweise könnten 30.000 US-Dollar, die mit einer Rendite von 10 % investiert werden, in einem Jahrzehnt auf 77.800 US-Dollar anwachsen.

Der Dunning-Kruger-Effekt und wahre Finanzkompetenz

Eine gefährliche psychologische Falle ist der Dunning-Kruger-Effekt, bei dem Einzelpersonen ihre finanzielle Kompetenz überschätzen, nur weil sie über ein großes Bargeldguthaben verfügen. Yang weist darauf hin, dass es bei echter Finanzintelligenz nicht darum geht, Bargeld zu horten; es geht darum, es strategisch einzusetzen.

Konzentrieren Sie sich nicht auf reine Bargeldzahlen, sondern auf Nettovermögen, Vermögenswerte und Anlagerenditen. Um eine Stagnation zu vermeiden, ist die regelmäßige Überprüfung der Salden von entscheidender Bedeutung. Die Diversifizierung in Vermögenswerte wie Aktien, Immobilien oder sogar Staatsanleihen kann die Inflation übertreffen und langfristigen Wohlstand aufbauen.

Die Schlussfolgerung ist klar : Während ein Sicherheitsnetz notwendig ist, sind übermäßige Bargeldbestände eine verpasste Chance. Aktives Investieren, nicht passive Akkumulation, ist der Schlüssel zum finanziellen Wachstum.