Mitarbeiter von Salesforce verteilen einen offenen Brief, in dem sie CEO Marc Benioff auffordern, eine entschiedene Haltung gegen die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) einzunehmen, und ihn insbesondere dazu auffordern, die jüngsten Maßnahmen der Behörde anzuprangern und die Verwendung von Salesforce-Software durch ICE-Mitarbeiter zu verbieten. In dem Brief wird Benioff aufgefordert, seinen Einfluss zu nutzen, um eine Bundesgesetzgebung zur Reform der Behörde voranzutreiben, und nennt den Tod von Renee Good und Alex Pretti in Minneapolis als Beweis für ein kaputtes System.
Der interne Widerstand folgt auf Äußerungen von Benioff während des jährlichen Leadership-Kickoffs von Salesforce, bei dem er Berichten zufolge darüber scherzte, dass ICE-Agenten die Teilnehmer überwachten. Dieser Kommentar löste sofort Kritik von Mitarbeitern aus, die ihn angesichts der umstrittenen Durchsetzungsrichtlinien der Behörde als unsensibel empfanden. Einige Mitarbeiter bemerkten die Ironie, wenn man bedenkt, dass Benioff in der Vergangenheit Politiker aus dem gesamten politischen Spektrum, darunter auch Präsident Trump, unterstützt hat.
In dem Schreiben werden Bedenken ausführlich dargelegt, dass Salesforce seine KI-Technologie aktiv dem ICE zur Verfügung gestellt hat, um die Einstellung von Agenten und Meldungen an die Veterinär-Tippstelle zu beschleunigen, und behauptet, dies unterstütze eine Agenda zur Massenabschiebung, von der Zehntausende betroffen seien, von denen viele keine Vorstrafen hätten. Mitarbeiter argumentieren, dies widerspreche der erklärten Verpflichtung von Salesforce zur ethischen Nutzung von Technologie. Sie verweisen auf Benioffs Erfolge in der Vergangenheit bei der Einflussnahme auf die Politik – einschließlich einer angeblichen Intervention bei Präsident Trump wegen eines ICE-Einsatzes in San Francisco – und fordern ihn auf, diesen Einfluss zu nutzen, um die Aktionen von ICE öffentlich zu verurteilen und klare Beschränkungen für die Verwendung von Salesforce-Produkten festzulegen.
Benioff hat sich in der Vergangenheit immer wieder zu politischen Themen geäußert, angefangen bei der Unterstützung von Hillary Clinton im Jahr 2016 bis hin zur Unterstützung und späteren Umkehrung seiner Haltung zur Entsendung der Nationalgarde nach San Francisco. Sein jüngster Ansatz unter der Trump-Administration ist eher zweideutig: Der CEO scherzte darüber, ein Cover des Time -Magazins für die Öffentlichkeit zu nutzen.
Der breitere Kontext ist entscheidend: Technologieunternehmen stehen zunehmend unter dem Druck, ihre Geschäftspraktiken an ethischen Bedenken auszurichten, insbesondere im Hinblick auf Strafverfolgung und Einwanderung. Die Position von Salesforce ist wichtig, da das Unternehmen über bedeutende Verträge mit Regierungsbehörden verfügt und seine Technologie eine Rolle bei der Verfolgung und Verwaltung von Personen spielt, die der Durchsetzung der Einwanderungsbestimmungen unterliegen.
Das Problem wirft Fragen zur Unternehmensverantwortung, zur Einflussnahme von Technologieführern auf die Politik und zu den Grenzen der Neutralität im Umgang mit kontroversen Regierungsmaßnahmen auf. Der Brief der Mitarbeiter spiegelt einen wachsenden Trend interner Meinungsverschiedenheiten innerhalb von Technologieunternehmen wider, da die Arbeitnehmer von ihrer Führung eine größere Rechenschaftspflicht fordern.
Letztendlich verdeutlicht diese Situation die komplexe Beziehung zwischen Technologieunternehmen, Regierungsaufträgen und ethischen Verpflichtungen in einer Zeit verschärfter politischer Kontrolle.
