Google stellt die Unterstützung für zwei Funktionen ein, die es Nutzern ermöglichen, E-Mails von Nicht-Google-Konten zu konsolidieren – Gmailify und POP-Zugriff – und schränkt damit effektiv die nahtlose Integration anderer E-Mail-Dienste in Gmail ein. Diese Änderungen, die für neue Nutzer Anfang 2026 und für bestehende Nutzer später in diesem Jahr geplant sind, werden sich auf diejenigen auswirken, die auf eine zentralisierte E-Mail-Verwaltung innerhalb des Google-Ökosystems angewiesen sind.
Das Ende von Gmailify: Verlust erweiterter Funktionen
Gmailify wurde 2016 eingeführt und ermöglichte es Benutzern, E-Mails von Diensten wie Outlook und Yahoo zu importieren und dabei die Spam-Filterung und Posteingangsorganisation von Google (z. B. die Registerkarten „Soziale Netzwerke“ und „Updates“) anzuwenden. Diese Funktion nutzte ein modifiziertes IMAP-Protokoll. Nach der Abschaltung können Benutzer weiterhin Konten von Drittanbietern über Standard-IMAP verbinden, jedoch ohne die zusätzlichen Vorteile der KI-gesteuerten Funktionen von Google.
Dies ist wichtig, weil: Gmailify eine hervorragende Benutzererfahrung für Nicht-Google-E-Mails bot. Der Verlust der automatischen Spam-Filterung und -Kategorisierung wird wahrscheinlich zu einem weniger effizienten Posteingang führen. Die Änderung unterstreicht auch die Strategie von Google, die Nutzer fest in seinen eigenen Diensten zu halten.
Für mobile Benutzer (Android und iOS) bleibt der Zugriff auf Konten von Drittanbietern über IMAP über die Gmail-App eine Option. Fügen Sie einfach über Ihren Profil-Avatar ein weiteres Konto hinzu. Allerdings wird die Webversion diese erweiterte Integration nicht mehr unterstützen. Über IMAP synchronisierte E-Mails werden in Gmail angezeigt, aber nicht innerhalb der Speichergrenzen von Google gespeichert, was bedeutet, dass Löschungen in Gmail auch im ursprünglichen Konto erfolgen.
POP-Zugriff eingestellt: Ein altes Protokoll verschwindet
Google stellt außerdem den POP-Zugriff (Post Office Protocol) schrittweise ein. Obwohl es sich um einen älteren Standard handelt, der durch IMAP ersetzt wurde, bietet POP eine unkomplizierte Methode zum Herunterladen von E-Mails von anderen Konten in Gmail. Im Gegensatz zur Synchronisierungsfunktion von IMAP lädt POP E-Mails herunter und kann sie entweder auf dem Server belassen oder entfernen.
Warum diese Änderung wichtig ist: POP ermöglicht vollständigen Offline-Zugriff und einfache Backups. Durch die Entfernung von POP verlieren Benutzer eine zuverlässige Möglichkeit, E-Mails von anderen Konten direkt in Gmail zu archivieren.
Google schlägt als Alternative die automatische Weiterleitung vor, diese Methode ermöglicht jedoch nur das Lesen von Antworten von der Originaladresse, was nicht möglich ist. Darüber hinaus erheben einige Anbieter wie Yahoo Mail Gebühren für die automatische Weiterleitung.
Was Benutzer als Nächstes tun können
Zu den praktischsten Alternativen gehören:
- Verwendung von IMAP auf Mobilgeräten: Greifen Sie weiterhin über die Gmail-App auf Android oder iOS auf Konten von Drittanbietern zu.
- Desktop-E-Mail-Clients: Synchronisieren Sie mehrere Konten, einschließlich Gmail, mit einem Desktop-E-Mail-Client (z. B. Outlook oder Apple Mail).
- Automatische Weiterleitung (mit Einschränkungen): Verwenden Sie die automatische Weiterleitung, sofern diese von Ihrem E-Mail-Anbieter verfügbar ist. Beachten Sie jedoch, dass von der ursprünglichen Adresse aus nicht geantwortet werden kann.
Die Entfernung dieser Funktionen unterstreicht Googles Bestreben, die Nutzer in seinem Ökosystem einzubinden. Es gibt zwar Alternativen, diese erfordern jedoch häufig einen höheren technischen Aufwand oder sind mit Einschränkungen verbunden.
Letztendlich müssen sich Benutzer, die auf diese Integrationen angewiesen sind, auf ein stärker fragmentiertes E-Mail-Erlebnis einstellen oder alternative E-Mail-Verwaltungslösungen in Betracht ziehen.























