Das Sparen für den Ruhestand erfordert Disziplin, unabhängig vom Einkommen. Zertifizierte Finanzplaner (Certified Financial Planners, CFPs), die mit vermögenden Privatpersonen arbeiten, stoßen regelmäßig auf die gleichen vermeidbaren Fehler, die auf allen Einkommensniveaus zu beobachten sind. Bei Menschen mit beträchtlichem Vermögen können diese Fehler später im Leben zu unerwarteten Änderungen des Lebensstils führen – genau dann, wenn sie finanzielle Freiheit genießen sollten.
Aufschub: Die hohen Kosten des Wartens
Einer der häufigsten Fehler ist die Verzögerung der Rentenbeiträge. Viele wohlhabende Kunden verschieben das Sparen wie andere auch auf die 40er oder 50er Jahre. Dies ist ein kritisches Versehen, da dadurch der Verzinsungseffekt – das exponentielle Wachstum, das durch frühzeitige und konsequente Investitionen entsteht – zunichte gemacht wird.
Wie CFP Matt Parenti anmerkt: „Ein solides Ruhestandsguthaben wird meist früh aufgebaut, um im Laufe der Zeit Anlagerenditen zu erzielen.“
Abwarten bedeutet, dass Jahrzehnte potenziellen Wachstums verpasst werden, selbst für diejenigen mit beträchtlichem Einkommen.
Die Fallstricke von Zielfonds
Viele Anleger verlassen sich auf Target-Date-Fonds (TDFs), die das Anlagerisiko automatisch anpassen, wenn der Ruhestand näher rückt. Diese Fonds eignen sich jedoch möglicherweise nicht für vermögende Privatpersonen. TDFs stimmen nicht immer mit den tatsächlichen Rentenbedürfnissen oder Einkommensniveaus überein.
Parenti empfiehlt regelmäßige Portfolioüberprüfungen – mindestens zweimal im Jahr – und die Beibehaltung einer aggressiveren Anlagestrategie bis kurz vor dem Ruhestand. Der Standard-Hands-Off-Ansatz von TDFs kann zu erheblichen Gewinnen führen.
Vorzeitige Abhebungen: Ein kostspieliger Fehler
Selbst mit erheblichen Ersparnissen greifen einige vermögende Kunden vor ihrem 59,5. Lebensjahr auf ein Rentenkonto zurück. Dabei fallen sowohl Steuern als auch eine Strafe von 10 % an.
Anstatt Pensionsfonds als schnelle Geldquelle zu betrachten, raten CFPs zum Aufbau eines robusten Notfallfonds mit liquiden Mitteln. Dies verhindert, dass Rentenkonten geplündert werden müssen, und sorgt für langfristige finanzielle Sicherheit.
Employer Matching ignorieren: Geld auf dem Tisch lassen
Ein überraschendes Versäumnis besteht darin, die vom Arbeitgeber gesponserten 401(k)-Beiträge nicht zu maximieren. Einige Gutverdiener gehen davon aus, dass sie anderswo bessere Renditen erzielen können, ignorieren dabei jedoch das kostenlose Geld, das durch das Arbeitgeber-Matching geboten wird.
Parenti betont: „Arbeitgeber-Matching-Dollars sind ‚kostenloses Geld‘. Schauen Sie immer in Ihrem Mitarbeiterhandbuch nach und zahlen Sie genug ein, um den vollständigen Match zu erhalten.“
Dies ist eine einfache Möglichkeit, die Altersvorsorge ohne zusätzliches Risiko zu erhöhen.
Schlussfolgerung: Diese Fehler machen deutlich, dass Reichtum allein keine Garantie für den Erfolg im Ruhestand ist. Disziplin, fundierte Entscheidungen und eine proaktive Finanzplanung sind für die Sicherung einer komfortablen Zukunft unerlässlich, unabhängig vom Einkommensniveau.
